CDU Stadtverband Sassenberg-Füchtorf

Austausch mit der Klinik Maria Frieden in Telgte

Aus dem Wahlkreis

Das Leitprinzip „Reha vor Rente“ ist fest im deutschen Sozialrecht verankert – und angesichts der demografischen Entwicklung 1:1 auf den zunehmend wichtiger werdenden Bereich der Pflege übertragbar: „Wo die Menschen frühzeitig wieder fit gemacht werden für einen selbständigeren Alltag, sparen wir wertvolle Ressourcen bei der Pflege ein“, unterstrich der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier jetzt im Gespräch mit der Führungsspitze der Reha-Klinik Maria Frieden in Telgte. Unterstützt wurde er dabei von der Telgter CDU, vertreten durch die Ortsunionsvorsitzende Anne-Katrin Schulte und Stellvertreterin Sabine Schrauth.

 

 

Daniel Hagemeier sowie Anne-Katrin Schulte (Vors. CDU Telgte, 3.v.l.) und ihre Stellv. Sabine Schrauth (r.) Prof. Dr. med. Svenja Happe (Chefärztin Klinik f. Neurologie, 3.v.r.), Julia  Swienty (kaufm. Direktorin, 2.v.l.) und Melanie Eichler (Pflegedir.)Daniel Hagemeier sowie Anne-Katrin Schulte (Vors. CDU Telgte, 3.v.l.) und ihre Stellv. Sabine Schrauth (r.) Prof. Dr. med. Svenja Happe (Chefärztin Klinik f. Neurologie, 3.v.r.), Julia Swienty (kaufm. Direktorin, 2.v.l.) und Melanie Eichler (Pflegedir.)

Hohe Erfolgsquote

Eine Aussage, der Prof. Dr. med. Svenja Happe, Ärztliche Direktorin und Chefärztin Klinik für Neurologie, die kaufmännische Direktorin Julia Swienty sowie Pflegedirektorin Melanie Eichler zustimmten: „Reha lohnt sich!“, erfahren sie tagtäglich im Umgang mit ihren Patientinnen und Patienten. „70 Prozent aller Menschen, die wir hier behandeln, können anschließend in ihr Zuhause zurückkehren.“ Allerdings – so gaben sie dem Landespolitiker mit – erfahre der Bereich Reha angesichts dieses wertvollen Beitrags zu wenig Wertschätzung. „Wir haben den Eindruck, dass wir im Vergleich zu den Akutkrankenhäusern regelmäßig hinten runterfallen“, war sich das Trio einig. Das zeige sich bei der Zuweisung von Fördergeldern genauso wie im Umgang mit der gesetzlichen Krankenversicherung.

 

Vertrauen von den Kassen gewünscht

Insbesondere der sogenannte „Bewilligungsvorbehalt“ der Kassen, wenn es um die Überleitung von der Akutklinik in die Reha geht, ist den Expertinnen ein Dorn im Auge. „Wenn wir hier schnellere Kostenzusagen erhielten, wäre allen gedient – den Patientinnen und Patienten, die früher in den Besserungsprozess eintreten können, den Krankenhäusern, die das freie Bett an neue Akut-Patenten vergeben können, und nicht zuletzt den Kassen, die weniger Kosten tragen“, schilderte Happe. Der Schritt des zusätzlichen Hinterfragens bringe zeitliche Verzögerungen und unnötige Kosten mit sich. „Wir stehen als Rehaklinik für die bestmögliche Versorgung – dafür wünschen wir uns das Vertrauen der Kassen.“

 

IPREG in der Umsetzung kompliziert

In diesem Zusammenhang kam auch die Sprache auf das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-IPReG). Eigentlich ins Leben gerufen, um maßgeschneiderte Behandlungsprogramme anbieten zu können, habe sich die Umsetzung als kompliziert erwiesen. Aufwändige Antragsstellungen, lange Bearbeitungszeiten und vor allem die umfangreichen Nachweispflichten führten dazu, dass am Ende weniger Zeit für die Patientinnen und Patienten bleibe. 

 

Nachteile durch generalistische Ausbildung?

Ein weiterer Punkt, an dem sich die Rehakliniken benachteiligt sehen, sei die Fachkräftegewinnung. Die Umstellung der Ausbildung auf das generalistische System habe dazu geführt, dass es seltener zu Hospitanzen komme und sich zukünftige Pflegefachkräfte eher in Richtung der vermeintlich attraktiveren Akutmedizin orientierten. „Dass wir selbst nicht ausbilden dürfen, ist existenzgefährdend“, fügte Pflegedirektorin Eichler hinzu. „Dank guter Vernetzung gelingt es uns zwar immer wieder, FSJler zu gewinnen und für die Pflege zu begeistern – aber wenn es dann an die konkrete Ausbildung geht, wandern sie ab in die Häuser, die ausbilden dürfen.“

 

Multiplikator für ein zukunftsfeste System

Daniel Hagemeier nahm alle Anregungen dankbar auf: „Angesichts der Altersentwicklung in unserer Gesellschaft müssen wir Ihren Arbeitsbereich stärken“, stimmte er zu. „Wir haben das Thema Reha in der Vergangenheit nicht genug mitgedacht.“ Als Mitglied des Bundesfachausschusses „Zukunftsfestes Gesundheits- und Pflegesystem“ werde er die Kritikpunkte nicht nur nach Düsseldorf, sondern auch nach Berlin mitnehmen. „Wenn es darum geht, unser Gesundheitssystem zu stärken, bin ich gern Ihr Multiplikator.“

 

Kommunale Weichenstellungen

In welchen Fragen wünscht sich die Rehaklinik Unterstützung von der örtlichen CDU, wollten Anne-Katrin Schulte und Sabine Schroth abschließend wissen. Auch hier hat die Führungsetage konkrete Anliegen. „Was das Thema Fachkräftegewinnung und Mitarbeiterbindung anbelangt, stoßen wir immer wieder auf zwei Hindernisse“, so Julia Swienty, „zum einen fehlt es an bezahlbarem Wohnraum, zum anderen würden wir uns eine bessere Anbindung an den ÖPNV wünschen“. In beiden Fällen hoffen die Verantwortlichen auf entsprechende kommunalpolitische Weichenstellungen.

 

 

ZUM THEMA:

Die Klinik Maria Frieden in Telgte ist eine stationäre Rehabilitationsklinik in Trägerschaft der St. Franziskus Hospital GmbH Münster. Sie gehört dem Verbund der St. Franziskus-Stiftung Münster an. Die Einrichtung, die auf geriatrische und neurologische Rehabilitation spezialisiert ist, verfügt über 141 stationäre Betten und beschäftigt rund 300 Mitarbeitende aus medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Berufsgruppen. Zu den Behandlungsfeldern zählen die rehabilitative Versorgung älterer Patientinnen und Patienten nach akuten Erkrankungen, Operationen oder neurologischen Schädigungen sowie die neurologische Rehabilitation einschließlich Frührehabilitation.